Im memoriam Oberstleutnant Georg Bartl 9. April 1945

Oberstleutnant Bartl, Kanzler Schuschniggs Personaladjutant starb in Kierling durch einen Freitod. Er erschoss sich und fünf Frauen am 9. April 1945 in seinem Haus in der Steinbrunngasse. Georg Bartl zog mit seiner Frau 1944 nach Kierling und war zwischen dem 6. und 9. April 1945 in diesem Haus gemeinsam mit den Frauen. Diese wurden auf schrecklichste von den Sturmtruppen der Roten Armee geschändet und vergewaltigt und so wählten sie alle am 9. April schließlich den Freitod. Oberstleutnant Bartl hatte dies in einem Brief niedergeschrieben. Dies war sicherlich keine ruhmreiche Tat, jedoch in der Situation sah darin der gebrochene Bartl offensichtlich den einzige Ausweg. Georg Bartl war bei wichtigen geschichtlichen Ereignissen dabei, so auch am 11./12. Februar 1938 am Berghof bei dem Treffen Schuschnigg mit Hitler. Monate später wurde er von den Nazis ins KZ (1939 KZ Dachau, 1940 KZ-Mauthausen, 7/1940 entlassen) geschickt. Er überlebte bis zum Kriegsende in seinem Haus in Kierling. Kurt Schuschnigg schrieb in seinem Buch „Im Kampf gegen Hitler“ die Ereignisse von Kierling detailliert auf. Auf Seite 422-425 des Buches ist zu lesen: Heute, 9. 4. 1945, 3 Uhr 30 früh, habe ich über dringende Bitte meine Frau Edda Bartl, Frau N. und ihre beiden Töchter, Herrn N. und Fräulein Liesl S. erschossen. (Namen aus Respekt nicht veröffentlicht) — Ich erschieße mich als letzter selbst. Ihre Leichen wurden vom Pfarrer von Kierling mit einem Pferdefuhrwerk zum Friedhof gebracht und dort verscharrt. Die genaue Grabstätte ist nicht bekannt. Man erzählt sich aber, dass jener Grabstein, der die Namen der Toten enthielt heute im Museum Kierling in der Wagenburg steht. Die Inschrift ist leider nicht erhalten.

 

 

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