Flagellanten in Kierlingtal

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Ausschnitt vom Historienpfad am Stadtplatz neben der Pestsäule

1340 wütete angeblich die Pest im Chirchlingen und Klosterneuburg, wobei einige Quellen davon ausgehen, dass es gar nicht die Pest war, sondern eine andere Seuche vergl. z.B. Manfred Vasold / Pest, Not und schwere Plagen. Die aus China kommende Pest raffte laut Recherchen rund ein Drittel der Bewohner von EUROPA (1647 – 1hin in China waren es 2 Drittel. Das war allerdings erst Jahre später. Milzbrand oder Influenza wird vermutet. Lange kalte Winter 1339 und 1340 (würden eher auf Influenza passen) brachten zusätzlichen Kummer und Ernteausfälle. Die Chronik schreibt von den haberschreckhen – den Heuschrecken, die dann die restliche Ernte vernichtet hatten. Den Wein haben sie aber übergelassen. (Anmerkung in der Klosterneuburger Chronik 1340 Sed fructus vinearum non laeserunt = die Frucht des Weinstocks nicht verletzt). Wie ist es da anders verwunderlich, dass sich die Menschen des Mittelalters gefragt haben, warum sie so derartig bestraft werden. Eine Sekte breitet sich auch im Kierlingtal aus, die zu den Geißlern zählte. Diese laienchristliche Sekte, die sich selbst in Umzügen geißeln, wurde bereits 100 Jahre vorher in Italien beobachtet, jedoch nach diesen schrecklichen Jahren waren die Menschen komplett in Ihren Bann gezogen worden. Endzeitstimmung machte sich breit. Die Pröpste des Stifts kämpfen gegen diesen Irrglauben, jedoch erst gegen Ende des 16 Jahrhunderts konnte diese Bewegung unter Propst Balthasar Polzmann (+ 1596) (siehe „Darstellung von Klosterneuburg“ Seite 147, 1824, Anton Doll) ausgerottet werden.

 

 

 

 

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